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Der Standort der Bienenvölker

Im Zusammenhang mit der Wahl des Standortes für die Bienenvölker tritt die Frage nach möglichen Rückständen im Honig aus sogenannten Umweltgiften auf. Auf Grund der globalen Umweltverschmutzung ist es heute so gut wie nirgends mehr möglich, absolut von Schadstoffen freie Nahrungsmittel zu erzeugen. Honig nimmt hier offensichtlich eine Sonderstellung ein, denn er zeichnet sich im Vergleich zu anderen Lebensmitteln durch eine allgemein äußerst geringe Belastung mit Umweltgiften aus. Hier wirken biologische Filter auf verschiedenen Ebenen: Die meisten landwirtschaftlichen Kulturpflanzen, die mit chemischen Pflanzenschutz-mitteln behandelt werden, zählen nicht zu den Trachtpflanzen der Bienen, werden also nicht von ihnen beflogen. Dazu kommt, daß die Mehrzahl aller Pflanzenschutzmittel nicht systemisch wirkt, die Substanzen also nicht in der Pflanze mobil sind und demzufolge gar nicht in die Nektardrüsen der Blüten gelangen können. Die Bienen selbst stel-len einen äußerst empfindlichen biologischen Filter für Pestizide von unterschiedlichen chemischen Aufbau dar, so daß eine Kontamination mit schon geringen Mengen dieser Stoffe in kurzer Zeit zum Bienentod führt, bevor der Honig in den Stock gelangt. Es werden allerdings auch sogenannte "bienenungefährliche" Polychlorpestizide, die für die Bienen relativ ungiftig sind, in der Landwirtschaft eingesetzt. Nach dem Besuch von mit solchen Pflanzenschutzmitteln benetzten Pflanzen können Rückstände in den Bienen-stock hineingetragen werden, die auf diesem Wege auch in den Honig gelangen können.

Standort Ökologiestation BremenEin weiterer wichtiger Aspekt für die Standortwahl ist die Belastung der Luft mit Schwermetallen, die heute nirgends mehr ausgeschlossen werden kann, insbesondere jedoch in der Nähe von industriellen Ballungsgebieten und Verkehrszentren erhöht ist. Schwermetalle gelangen vornehmlich über die Luft und durch Niederschläge auf die Pflanzenoberfläche. Honige, die aus Blütennektar bereitet wurden, lassen demnach eine geringere Belastung mit Schwermetallen erwarten als Honigtauhonige, die die Bienen von der Blatt-oberfläche gesammelt haben. Verglichen mit anderen Lebensmitteln ist auch hier die Belastung mit Schwermetallen allerdings äußerst gering.

Wie aus zahlreichen Untersuchungen hervorgeht, ist die Rückstandsbelastung eines Honigs immer sehr viel niedriger als die der Pflanze, aus der er bereitet wurde.

Für eine ökologische Imkerei gilt, daß die Bienenvölker nur abseits von Industrieballungsgebieten und verkehrsbelasteten Regionen aufgestellt werden. Soweit möglich, werden Trachten in Naturlandschaften und auf ökologisch bewirtschafteten Flächen genutzt.

Das oben abgebildete Bienenhaus steht im Garten des Vereins Ökölogiestation Bremen, weit abseits von Industrie und verkehrsreichen Straßen. Wenn Sie einmal in der Gegend sind, dann schauen Sie doch einfach mal vorbei.


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