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Lindenhonig

Die Linde, dieser stattliche, vielbesungene Blütenbaum, gilt schon lange als ganz besonderer Freund des Menschen. Bei den Germanen war sie Freya, der Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit geweiht. Als Gerichts- und Dorflinde spielte sie im Zusammenhang mit Weisheit eine große Rolle. Ihre Blütezeit fällt in den Hochsommer. An langen Sommerabenden duften und honigen ihre hängenden gelben Blütensträußchen über den Sonnenuntergang hinaus. Lindenblüten sind die einzigen Blüten, die noch am Abend von Bienen besucht werden. So wie im Lindenblütentee, entfaltet sich auch im Lindenhonig die beruhigende und durchwärmende Wirkung.

Eine Lindenblüte - schon allein der betörende Duft ist geradezu umwerfend.

Schon in den frühen Morgenstunden fliegen die Bienen im Hochsommer aus, um den Nektar der weißen Buchweizenblüten zu sammeln, denn Buchweizen honigt nur morgens. Der anspruchslose Buchweizen, ein Knöterichgewächs, war noch Anfang dieses Jahrhunderts auf den kargen Sandböden Norddeutschlands eine wichtige Kulturpflanze und eine Haupttrachtpflanze der Imkerei. Jedoch der Einzug des Kunstdüngers und der Kartoffelanbau machten den bescheidenen Buchweizen wirtschaftlich bedeutungslos. Vom Wohlstand verdrängt, ist er schon heute gänzlich in Vergessenheit geraten. In Osteuropa insbesondere in Rußland wird er jedoch weiterhin kultiviert. Von dort stammt auch unser Buchweizenhonig. Er ist von brauner Farbe, cremiger Konsistenz und ein sehr ausgefallener Geschmack ist ihm eigen. Ich kann immer wieder feststellen, daß Buchweizenhonig entweder überaus gern oder aber ganz und gar nicht gemocht wird - also ein Honig, der nicht jedem Geschmack entspricht.


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