Die Honigernte
Der Höhepunkt der jährlichen Imkerarbeit ist die Honigernte. Eine Belohnung für die Pflege der Bienenvölker und gleichzeitig auch ein Hinweis über den Fleiß und die Sammeltätigkeit der Honigbienen.
Vorbereitende Maßnahmen
Schon zeitig im Jahr sind vorbereitende Schritte notwendig, um eine erfolgreiche Ernte und Weiterverarbeitung des Honigs zu ermöglichen. So sollte bereits im März eine Frühjahrsdurchsicht der Bienenstöcke vorgenommen werden, um so für gesunde und ausreichend starke Völker zu sorgen. Im April, meist mit Beginn der Kirschblüte, werden den Völkern überschüssige Futterwaben entnommen und gleichzeitig der Honigraum aufgesetzt bzw. freigegeben.
Arbeit der Bienen
Die Honigbienen sind nun damit beschäftigt, den Nektar zu sammeln, der dann in Honig umgewandelt wird. Da die fleißigen Bienen weit aus mehr an Nektar ranschleppen, als was sie selber verbrauchen, wird dieser dann nicht mehr nahe der Brut abgelegt, sondern gleich bis in den Honigraum weitergereicht. Während dieser Zeit sind die Bienen stark mit dem Bauen beschäftigt, so dass im Honigraum befindliche Rähmchen und Mittelwände in kurzer Zeit ausgebaut und zur Einlagerung von Nektar bzw. Honig benötigt werden.
Ist der Honig gereift, das ist dann der Fall, wenn der Wassergehalt weniger als 18 % aufweist, werden die Zellen von den Bienen mit einer Wachsschicht verdeckelt. Der Imker kann daran erkennen, dass der Honig nun erntefähig ist. Liegt der Wassergehalt noch über 18 % besteht die Gefahr des Vergährens, weil enthaltene Hefen aktiv bleiben können.
Am sichersten ist für eine korrekte Messung des Wassergehaltes die Hinzuziehung eines Refraktometers. Eingefleischte Imker haben aber auch so den richtigen Blick dafür.
Entnahme der Waben
Am frühen Morgen so wie auch an trachtarmen Tagen ist der Anteil an frischem Nektar am geringsten. Deshalb sollte auch zu dieser Zeit mit der Entnahme der Waben begonnen werden. Die reifen Honigwaben müssen nun erst einmal von ansitzenden Bienen befreit werden, bevor man sie schleudern kann. Warme und trockene Witterung sehen die Trachtbienen als eine Veranlassung, den Stock zu verlassen. Wenn also die meisten ausgeflogen sind, erleichtert uns dies an solchen Tagen die Ernte. Am einfachsten ist es wohl, die noch zu Haus verbliebenen Bienen abzufegen oder abzustoßen. Die Bienen sollten auf keinen Fall mit Wasser (wg. Wassergehalt) weggesprüht oder mit Rauch aus dem Smoker weggeblasen werden. Honig nimmt sehr leicht Gerüche an und das ist nun einmal nicht gut für das Aroma.
Noch leichter wird die Wabenentnahme, wenn man am Abend zuvor so genannte Bienenfluchten unter die Honigräume eingelegt hat. Durch Klappen und eng zulaufende Gänge können die Bienen diese Sperre nur in eine Richtung, nämlich nach unten zum Brutraum der Königin, passieren. Ihr Duft lockt die Arbeiterinnen magisch an. Am kommenden Tag sind dann die Honigräume nahezu bienenleer, so dass sich die Brutwaben mühelos entnehmen lassen.
Entdeckelung der Waben
Nun müssen erst einmal die von den Bienen verdeckelten Waben vom Imker wieder entdeckelt werden, damit sie im Anschluß geschleudert werden können. In Großimkereien gibt es zu diesem Zweck eigens Entdeckelungsmaschinen. In diesen werden den Honigwaben mit Messern, in der Regel beidseitig und in einem Arbeitsgang, die Deckel abgeschnitten.
Der Hobby-Imker bedient sich da einer anderen Vorrichtung, dem Entdeckelungsgeschirr, in das er die Waben einlegt und die Deckel per Hand entfernt. Hierfür benutzt er eine Entdeckelungsgabel bzw. ein -messer. Eigentlich die gebräuchlichste Methode der Entdeckelung. Das Deckelwachs und auslaufender Honig werden dabei in einer Wanne aufgefangen.
Schleudern
Es gibt den Honig zwar vereinzelt auch als Wabenhonig oder Presshonig zu kaufen, die am meisten verbreitete Art der Honigernte dürfte aber wohl das ausschleudern der Honigwaben mittels einer Honigschleuder sein. Zu diesem Zweck werden dann mehrere Honigwaben in eine Schleuder gelegt. Durch schnelle Rotation um eine Achse entsteht Fliehkraft, die den Honig aus den Honigzellen bis an die Schleuderwand fließen und ihn sich am Boden der Schleuder sammeln läßt.
Bei den meisten der herkömmlichen Schleudern kann immer nur eine Seite der Wabe z. Zt. ausgeschleudert werden. Danach werden die Waben umgedreht und die ganze Prozedur wiederholt. Bitte achten Sie bei dieser Art des Schleuderns darauf, dass Ihnen die Waben nicht brechen! Es gibt im Handel aber auch hochpreisige Selbstwendeschleudern, das vereinfacht zwar den Arbeitsablauf, muß sich letztendlich aber auf den Preis auswirken.

Die hier abgebildete Honigschleuder ist eine per Handkurbel betriebene Zentrifuge, wie sie überwiegend von Hobby-Imkern benutzt wird. Der Honig wird aus den Waben an die Außenwand geschleudert, an der er dann herunterfließt und sich auf dem Boden sammelt. Über den unteren, sichtbaren Abfluss kann der Honig dann in Gläser oder andere Behältnisse abgefüllt werden.
Noch ein kleiner Tip: Der Honig läßt sich gleich nach der Entnahme aus dem warmen Bienenstock am einfachsten ausschleudern. Ist er erst einmal abgekühlt und somit auch zähflüssiger, wird es schon schwerer sein, ihn aus den Honigzellen zu schleudern.
Der erste aus der Schleuder laufende Honig läßt dann das Imkerherz jubilieren!
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