Honig-Portal
Die Behandlung des Honigs

Sieben

Wenn der Honig nun frisch geschleudert ist und aus der Schleuder ausläuft, so weist er stellenweise kleine Verunreinigungen in Form von Wachpartikeln auf. Diese entfernen wir mit Hilfe von Sieben, die zwischen Schleuder und Honigkübel platziert werden. Damit das Sieb nicht zu schnell verstopft, empfehle ich zunächst einmal die Verwendung eines Grobsiebes mit einer Maschenweite von 0,4 - 0,5 mm. Im weiteren Verlauf dann ein Feinsieb, dies sollte eine Maschenweite von 0,3 - 0,35 mm aufweisen.

Der Handel hat Siebe in diesen Größen sowohl aus Kunststoff wie auch aus Edelstahl vorrätig. Für den Vorgang des Feinsiebens lassen sich auch Spitzsiebe verwenden. Und auch hier ist zu beachten: je wärmer der Honig, desto einfacher der Siebvorgang!

Abschäumen

Wenn der Honig ein paar Tage gestanden hat, bildet sich an der Oberschicht feiner weißer Schaum. Dies sind aufgestiegene Luftbläschen. Selbstverständlich können wir diese Schaumschicht auch noch entfernen, sie läßt sich gut mit einem Löffel abschöpfen, muß aber nicht sein, da sie nicht qualitätsmindernt wirkt.

Da gibt es aber auch noch einen Trick: Nehmen Sie ein Stück Pergamentpapier und schneiden Sie dies auf den Durchmesser des Kübels zurecht. Dies legen Sie dann vorsichtig auf die Oberfläche des Honigs und warten bis zum nächsten Tag. Wenn Sie es jetzt ebenfalls vorsichtig wieder abziehen, dann bleibt der angesammelte Schaum daran kleben. Diesen Vorgang können Sie am darauffolgenden Tag auch ruhig noch einmal wiederholen.

Rühren

Honig enthält bekanntlich Traubenzucker, der über Kurz oder Lang die Eigenschaft hat, Kristalle zu bilden, die dem Honig mit der Zeit eine gewisse Festigkeit verleihen. Ein hoher Traubenzuckeranteil beschleunigt diesen Vorgang, ein geringerer zögert ihn hinaus.

Wenn dieser Prozess der Kristallisation sich nun in einem ruhigen Zustand vollzieht, so bilden sich große Kristalle, die den Honig recht fest werden lassen können. Hierbei ist es auch gut möglich, das es zu einer Entmischung des Honigs kommt, wobei sich über der festen Kristallisationsschicht eine Schicht mit einem gährungsförderndem hohen Wasseranteil bildet.

Diese nicht gewollte Entwicklung läßt sich dadurch verhindern, daß der Honig nach dem Abschäumen regelmäßig gerührt wird. Somit wird die Bildung großer Kristallstrukturen unterbunden. Es entstehen im Gegensatz viele kleine Kristalle, die untereinander beweglich bleiben und dem leckeren Honig somit eine cremige und streichfähige Konsistenz verleihen.

Wenn sich im Honigkübel die ersten grauen Schlieren zeigen, ist es an der Zeit, den Honig zweimal täglich ordentlich durchzumengen. Das läßt sich sowohl mit einem einfachen Holzlöffel wie auch mit extra zu diesem Zweck entwickelten Rührern, die mit einer Bohrmaschine bedient werden können, bewerkstelligen. Es kommt vor allem darauf an, den Honig komplett durcheinander zu rühren, ohne dabei Luft in die Menge zu ziehen, was bei zu schnellem Rühren leicht mal geschieht.

Abfüllen und Lagern

Sobald die Oberfläche perlmuttfarbig schimmert, ist der Honig fertig gerührt. Jetzt gibt es die Möglichkeit, entweder den Honig im Abfüllkübel aushärten zu lassen oder aber ihn gleich in Gläser abzufüllen. In beiden Fällen gilt: Die Behältnisse müssen luftdicht sein, um somit Luftfeuchtigkeit vom hygroskopischen Honig fernzuhalten und sein Aroma zu bewahren.

Alle Geräte, die mit dem Honig in Berührung kommen (z.B. Schleuder, Entdeckelungsgerät) müssen aus Edelstahl sein. Die Fässer zur Lagerung müssen mit Bienenwachs oder mit einem lebensmittelechtem Innenlack beschichtet sein. Ein schonender Umgang mit dem Honig, um den Qualitätsansprüchen gerecht zu werden, versteht sich von selbst für eine ökologische Imkerei.

Wird unser frisch geernteter Honig nun luftdicht, dunkel und in kühlen, trockenen Räumen gelagert, ist er durchaus, je nach Sorte, Wassergehalt und PH-Wert einige Jahre haltbar. Wenn wir vor haben, den Honig für längere Zeit zu lagern, empfiehlt sich eine Temperatur von 14° C. Zur Aufbewahrung sind nur ganz bestimmte Materialien erlaubt, dies sind im Einzelnen:

Glas
Emaille
Weißblech (verzinntes Eisenblech)
lackiertes Schwarzblech oder
rostfreies Stahlblech

Nicht zugelassen sind verzinkte Behältnisse, da sich hier giftiges Zinkoxyd bilden kann. Des weiteren möchte ich an dieser Stelle von Eisenblech abraten, weil sich der Honig an den Kontaktstellen schwarz färbt.

Auch lebensmittelechte Kunststoffeimer sind seit einigen Jahren erlaubt. Unsere Geisteswissenschaft hat allerdings die Erkenntnis, das Kunststoff die auf alles Lebendige einwirkenden kosmischen Strahlen nicht hindurchlässt!

Nachdem ich Ihnen schon so viel über Honig nahegebracht habe, möchte ich jetzt noch einige hier bei uns in der Gegend vorkommende Honige vorstellen. Beginnen möchte ich daher mit dem Waldhonig.


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